Bis heute sind missbrauchte Nonnen weltweit immer noch ein Tabuthema. Fast keiner spricht darüber, fast keiner bietet Hilfe an und fast keiner veröffentlicht Etwas darüber. Dies möchte ich nun ändern und habe deshalb das Projekt „Retreat for nun“ ins Leben gerufen, d.h. ich biete Nonnen einen Rückzugsort an.
Im März 2019 hat der TV-Sender arte die Dokumentation „Gottes missbrauchte Dienerinnen“ ausgestrahlt. Hier kam unter anderem die ehemalige Nonne Constanze zu Wort und erzählte, dass allein aus ihrem Orden mehr als 50 Schwestern in den Vatikan entsendet wurden und das über 30 Frauen ungewollt schwanger wurden. Das ist für mich unfassbar.
Der Film zeigt deutlich, dass es sich hier nicht um Einzelfälle, sondern um eine Vielzahl von Ordensfrauen handelt - und das sogar weltweit (z.B. Frankreich, Deutschland, Italien, Kanada, aber auch aus den afrikanischen Staaten).
Ordensfrauen wird systematisch von Priestern sexuelle Gewalt angetan und dieser sexuelle Missbrauch führt häufig zu ungewollten Schwangerschaften. Als ob dieser Missbrauch allein nicht schon schlimm genug ist, ist es leider so, dass eine schwangere Nonne für ihren Orden dann nicht mehr tragbar ist.
Eine Möglichkeit in ihrer Situation ist die Abtreibung des Kindes. Damit müsste sie sich zu einer Tat durchringen, die man ihr zuvor als Todsünde deklariert hat. Weiterhin läuft sie sogar Gefahr aus dem Orden verwiesen zu werden. Tritt dies ein, müsste sie unter Umständen schwanger in ihr Heimatdorf zurückkehren. Ist das Heimatdorf auf dem afrikanischen Kontinent, ist eine schwangere Nonne eine Persona non grata. Was soll sie dann bitteschön tun? Eine Institution, die ihr vormals Schutz geboten hat und von der sie in ihrer jetzigen Situation weiterhin Schutz erwartet, richtet sich nun gegen sie.
Die Dokumentation zeigte, dass in den europäischen Ländern die Priester die Frauen häufig seelisch von sich abhängig machen. Der Priester ist der geistliche Begleiter und Beichtvater. Eine Nonne ist demütig und gehorsam und ein Priester der Gesandte Gottes. Die Täter nutzen das gnadenlos aus.
In den afrikanischen Ländern sind die Übergriffe deutlich offener. Im Film wurde deutlich, dass Priester es gezielt auf die jungen Novizinnen abgesehen haben. Von ihnen wissen sie, dass sie jungfräulich sind und damit die Gefahr einer Ansteckung mit Aids so gut wie zu vernachlässigen ist.
Über diesen Zustand bin ich dermaßen entsetzt und empört, dass ich einen Entschluss gefasst habe. Mit dem Projekt „Retreat for nun“ möchte ich diesen Frauen meine Hilfe anbieten – deutschlandweit, europaweit und auch weltweit!
Ich engagiere mich schon sehr lange ehrenamtlich – unter anderem bei der Diakonie als auch bei den Maltesern. Zudem bin ich aktiv im OSMTH, dem Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymitani. Weitere Infos über meine Person finden Sie in meinem Steckbrief.
Wenn auch Sie vom Missbrauch betroffen sind, dann zögern Sie bitte nicht, mich zu kontaktieren. Ich bin eine Privatperson, die ihr Anliegen selbstverständlich anonym behandelt. Dabei ist es egal, wo auf der Welt Sie sich gerade befinden und wie brisant ihre Lage auch sein mag. Ich möchte Ihnen eine Perspektive und einen Rückzugsort bieten. Einen Ort, an dem Sie zur Ruhe kommen und ihre Gedanken sortieren können. Einen Ort, an dem Sie ihre Entscheidung für oder gegen das Kind treffen können. Und egal wie Sie sich entscheiden, bei allen weiteren Schritten würde ich Sie begleiten und unterstützen – seelisch und auch bürokratisch. Dies könnte beispielsweise Hilfe bei der Arztwahl, der Wohnungssuche, der Kita-Suche, der Jobsuche und vielem mehr sein. Sie sind nun nicht mehr allein, Sie müssen sich nur noch zu diesem Schritt überwinden und sich bei mir melden.
Des Weiteren möchte ich hier nochmals ganz deutlich betonen, dass es nicht mein Anliegen ist, Priester, Institutionen oder sonst Jemanden anzuklagen oder zur Rechenschaft zu ziehen. Ich möchte Gottes missbrauchte Dienerinnen einen Rückzugsort anbieten und ihnen zur Seite stehen – nicht mehr und nicht weniger!
Ihre Retreat-Initiatorin
Simone Rees
nnDnn
